Das Ende der BERGE
Mit Ausgabe 3/2008 "Matterhorn", die ab 24. April am Kiosk erhältlich ist, verabschiedet sich das Redaktionsbüro Pause - und damit die Macher der Zeitschrift BERGE - von seinen Lesern. Für 25
Jahre und 120 Ausgaben Treue bedanken sich:

Axel Klemmer, Sandra Petrowitz, Silvia Schmid, Rita Knollmann, Michael Pause, Margarete
Botzian, Wolfgang Paul und Tom Dauer. Foto: D. Bartsch

29. November 2007
100 Jahre Walter Pause
"Mit glücklichen Augen"
Es ist so weit! Mit nicht geringem Stolz dürfen wir Ihnen das Sammelwerk "Mit glücklichen Augen: Die hundert schönsten Geschichten aus dem Leben von Walter Pause" präsentieren.
Die erste Lesung findet am 5. Dezember 2007 um 19 Uhr im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins auf der Münchner Praterinsel statt. Dabei wird Michael Pause aus den Werken seines Vaters vortragen.
Für Pressearbeit können ein Waschzettel im PDF-Format sowie eine Bestellkarte heruntergeladen werden.

8. November 2007
Von "Scheißbergen" und Hollywood
Nach rein äußerlichen Merkmalen verbindet die beiden Männer wenig: Der eine, Alexander Huber, ist von gedrungener, breitschultriger und muskulöser Statur, ein Athlet. Der andere, Hans Kammerlander, ist eher der Läufertyp: schmächtig und zäh. Der eine, Huber, ist 38, der andere, Kammerlander, 50. Der eine spricht bayerisch, der andere südtirolerisch. Als Extrembergsteiger aber haben sie eine wesentliche Gemeinsamkeit: ihre Einstellung zum Leben. Immer wieder beantworten sie Fragen nach dem Grund ihrer Risikobereitschaft, der Suche nach der Grenzerfahrung und zum Umgang mit Angst. Ihre Erklärungen klingen so plausibel, ja fast vernünftig, dass auch der nicht-bergsüchtige Zuhörer anfängt, zu verstehen.
Am Mittwochmorgen war Alexander Huber nach München in den Piper-Verlag gekommen, um der Presse unter anderem seine Autobiografie »Der Berg in mir«, vorzustellen. Auch berichtete er vom Speed-Rekord an der Nose im Yosemite-Valley, den er im Oktober dieses Jahres gemeinsam mit Bruder Thomas aufgestellt hat. Und er sprach über den Kinofilm »Am Limit«, der über den Rekordversuch gedreht wurde. Hans Kammerlander war am Abend im Kursaal in Bad Tölz zu Gast und erzählte den gut 500 begeisterten Zuhörern aus seinem Leben, angefangen in seiner Heimat Südtirol bis zur Erstbesteigung des technisch schwierigen Jasemba (7350 Meter) in Nepal. Besondere Stationen seines Bergsteigerlebens griff er heraus, etwa das Projekt Matterhorn: In 24 Stunden vier Mal das Matterhorn besteigen, auf vier verschiedenen Routen. Seitdem ist Kammerlanders Beziehung zu dem Schweizer Berg eine besondere.»Er ist einer der schönste Berg, mit Sicherheit… Aber du musst lang herumfahren, bis du klettertechnisch so eine Scheiße findest.«

Humorvoll und natürlich halten Huber und Kammerlander ihre Vorträge, sie zeigen beeindruckende Filmaufnahmen und Fotos. Huber beispielsweise erzählt von seiner Erstbegehung der Route »Bellavista« an der westlichen Zinne Nordwand im Winter, die er 2001 im Free Solo durchstieg. Er kennt die Meinung anderer. »Freilich würden da viele gerne sagen: ›Der Huber, der spinnt. Der ist doch lebensmüde.‹«. Aber sein Bruder Thomas und er seien seit so vielen Jahren extrem in den Bergen unterwegs. »Wenn wir lebensmüde wären, hätten wir das nicht überstanden. Die Gefahr ist omnipräsent. Die kann man nicht ausschalten«. Doch könne man sie »vergleichsweise sicher« bewältigen, wenn man über genügend Erfahrung und die richtige Selbsteinschätzung verfüge und wenn Angst (»Ja freilich hab ich die.«) nicht in Nervosität, sondern in voller Konzentration ihren Ausdruck finde.»Das etwas passieren kann, das liegt auf der Hand. Aber das gilt für jeden Lebensbereich.«
»Wir sind nichts blauäugig«, betont auch Kammerlander in seinem Vortrag.. Zwar habe er gelernt, umzudrehen, wenn es nicht mehr passt. »Aber wir wissen, dass uns immer ein hohes Restrisiko begleitet. Und wenn etwas passiert, dann haben wir nicht unbedingt das Recht, herumzujammern. Es hat uns ja niemand da hoch geschickt.«. Viele Freunde hat der 50-Jährige in den Bergen schon verloren. Seine Art, damit umzugehen: »Nach vorne blicken und weitergehen. Sonst kannst du so etwas nicht verarbeiten.«

Das Bergsteigen und Klettern sei eine Sucht, da sind sich Kammerlander und Huber einig. Beide haben klare Vorstellungen davon, wie es weitergehen – und vor allem, wie es nicht weitergehen wird. Huber versichert: »Es wird keinen Film ›Am Limit 2‹ geben. Das hier ist nicht Hollywood.« Allein aus finanziellen Gründen sei das nicht zu stemmen. Auch eine Schriftsteller-Karriere nach dem Berufsbergsteigen schließt er aus: »Ich schreibe gern. Solange die Leute meine Sachen lesen und ich was zu erzählen habe, schreibe ich auch weiter. Aber es gehört sicher nicht zu meinem Lebensplan, jedes Jahr ein Buch auf den Markt zu bringen.« Das nächste Projekt ist ein bergsteigerisches: Im Januar reist er gemeinsam mit seinem Bruder nach Patagonien. Die Überschreitung aller Torregipfel soll gelingen.
Und Kammerlander? Er hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, eine Autobiografie scheint er noch nicht zu planen. Als ein »recht schönes Ziel« hat er sich ausgedacht, auf allen sieben Kontinenten die zweithöchsten Gipfel zu besteigen. Zum einen seien die höchsten Gipfel, die seven summits, vielfach überlaufene Modeberge. »Und außerdem bin ich jetzt 50 Jahre alt. Da dachte ich, es ist gescheiter, die zweithöchsten Berge anzupeilen.« (Katharina Bromberger)

17. Oktober 2007
Aus dem Leben des Kurt Diemberger

Kurt Diemberger redet mit seinem Körper, Foto: K. Bromberger
Er fuchtelt wild mit den Armen, erst vor seinem Körper, dann streckt er sie weit nach oben, beschreibt mit seinen Händen Saltos und hüpfende Bewegungen, „ein wirbelnder, seltsamer Kreisel“. Dabei ist er voll konzentriert – und hellauf begeistert. „Du darfst ihn nicht verlieren“, sagt er sich immer wieder. Über knapp 1500 Höhenmeter saust er nach unten. „Da ist er, Herrgott, ich habe ihn, dieses schwarze, wirbelnde Ding – im Sucher! Jetzt durchhalten, Kurt, behalte ihn in der Mitte des Bildes, lass ihn nicht entkommen! … Was für ein Schauspiel! … Er benimmt sich wie ein Clown, hat einen Twist begonnen, schüttelt den Kopf in rasender Bewegung – nun saust er im Zickzack dahin wie ein Akrobat, der sein bestes Kunststück zeigen will – … kopfüber, kopfunter – nein, jetzt wechselt er schon wieder, rollt herab wie ein gewöhnliches Würstchen - -Ah, das ist langweilig meint ihr? – Also springen wir wieder! – und weiter und weiter – Kurt, verlier ihn bloß nicht …“ Und er hat ihn nicht verloren, diesen tanzenden Seesack-Clown. „Was für eine verrückte Sau.“
Das Thema ist damit an diesem Abend erledigt – doch wird es weiterkochen, solange Beschuldigungen und Mutmaßungen um die Chogolisa-Besteigung kursieren. Vermutlich wird Diemberger diesem Thema auch ein Kapitel in seinen Memoiren widmen – für die er sich aber noch zu jung fühlt und frühestens mit 80 veröffentlichen wird. Ein weiteres Projekt steht an. Erst „ein paar Schätze“ aus seinem Bildersammelsurium seien in „Seiltanz“ veröffentlicht. Da bleibe noch mehr als genug Material „für den Bildband, den ich immer schon mal machen wollte, noch immer nicht gemacht habe, sicher aber noch machen werde“.
Kurt Diemberger: „Seiltanz – Die Geschichten meines Lebens“. 329 Seiten, Malik, Piper Verlag, München 2007,
€ 22,90

Countdown: Das 5. Internationale Bergfilm-Festival Tegernsee vor dem Start

Moderator Michael Pause erholt sich im Portaledge, Foto: K. Bromberger
Michael Pause hat schon viel moderiert und auch an vielen Orten, "aber sicher noch nie in so einem Ding", wie er von seinem Portaledge aus feststellt. Doch wie er da so sitzt, neben der Leinwand im DAV-Kletterzentrum in Thalkirchen, das gefällt dem "Bergauf-Bergab"-Moderator sichtlich. Und als es dunkel wird im Saal und die Filme starten, macht er es sich so richtig gemütlich. Das ist eine gute Voraussetzungen für einen netten, kurzweiligen Abend.
Drei Kurzfilme geben einen kleinen Vorgeschmack auf das, was den Besuchern vom 17. bis 21 Oktober am 5. Internationalen Bergfilm-Festival Tegernsee geboten wird. In »The Race«, ein Film von Uli Wiesmeier, liefern sich mit Kletterer Stefan Glowacz und Gleitschirmflieger Rob Whittal zwei Extremsportler ein packendes Rennen an einer steilen Dolomitenwand. Der Film hat das, was ein guter Kurzfilm eben haben sollte: tolle Bilder und Humor. »Die Reifeprüfung in Fels und Eis« spielt im Karakorum. Dort, wo sich die acht jungen Mitglieder des DAV-Expeditionskaders zum Abschluss ihrer dreijährigen Förderung und Ausbildung einen Traum erfüllen wollen: den Mount Drifika (6447 m) zu besteigen. Am Berg müssen sie sich beweisen: Riskante Situationen wollen gemeistert, Rückschläge verkraftet, Grenzen überwunden werden. Fridolin Bauer und Jürgen Schafroth haben die Nachwuchsbergsteiger mit der Kamera begleitet und dokumentieren den Gang zwischen Erfolg und Niederlage.
Zum Abschluss steht eine Skisafari mit den Geschwistern Garhammer auf dem Programm, den Freestyle-Päpsten der 1970er- und 1980er-Jahre – der Spaß ist da natürlich sicher, von der ersten bis zur letzten Minute darf geschmunzelt und gelacht werden. Und auch Michael Pause kann da nur lächelnd den Kopf schütteln. "Ja, so sind wir alten Hunde wirklich damals Ski gefahren…" Heute sehe das natürlich "alles ganz anders und besser" aus. Damit verweist Pause auf den amüsanten Freestyle-Film "Pass it on", von und mit: Max, Moritz und Sebi Garhammer. Das komplette Bergfilm-Festival-Programm ist abrufbar unter www.bergfilm-festival-tegernsee.de.


Frau Bromberger im Praktikum, Foto: J. Pietschmann
Sie hat es tatsächlich gewagt: Seit Anfang Oktober verstärkt Katharina Bromberger das Team des Redaktions-büros Pause als Praktikantin. In ihrem richtigen Leben studiert die 25-Jährige aus Münsing am Starnberger See Journalismus im schweizerischen Winterthur - Bremen war ihr dann doch zu flach. In den Bergen macht sie laut eigener Aussage "nix extrem, alles a bisserl, weil's schön ist und Spaß macht". Ihr Motto dabei lautet: "Einfach immer hinterher, denen nach, die sich auskennen". Ein typischer Fall von Understatement, finden wir.

12. September 2007
100 Jahre Walter Pause
„Mit glücklichen Augen“

Endspurt! Fieberhaft arbeiten Art Director Jürgen Schröder sowie das Redaktionsbüro Pause zur Zeit an dem Sammelband „Mit glücklichen Augen: Die 100 schönsten Geschichten von Walter Pause“, der am Sonntag, den 14. Oktober 2007, 20 Uhr, im Rahmen des 5. Internationalen Bergfilm-Festivals Tegernsee der Öffentlichkeit vorgestellt werden wird. Dabei wird Michael Pause aus den Werken seines Vaters lesen.
Walter Pause kam vor 100 Jahren, am 23. Juli 1907, in Heidelberg zur Welt. Mit seinen Büchern sollte der Schriftsteller und Journalist seine Leidenschaft für das Bergerlebnis auf eine ganze Generation von Wanderern, Hochtouristen, Kletterern, Skifahrern und Skitourengehern übertragen. Ihm zu Ehren wird das Redaktionsbüro Pause den Sammelband „Mit glücklichen Augen: Die 100 schönsten Geschichten von Walter Pause“ herausgeben. Zurzeit wird daran fieberhaft gearbeitet.
In seinem 80 Jahre währenden Leben schrieb Walter Pause eine ganze Menge: Bücher, Briefe, Artikel, Glossen, Kommentare und Kalendergeschichten – zu seinen runden Geburtstagen gerne auch die Laudationes für die Presse. Sein kaum zu widerlegendes Argument: „Ich kenn’ mich schließlich selbst am besten.“ An das Wirken seines Vaters erinnert Michael Pause, Redakteur des Bayerischen Rundfunks und Leiter der Bergsteiger-
sendung „Bergauf-Bergab“ mit einem Werk, das die menschliche, alpinistische und schriftstellerische Vielseitig-
keit Walter Pauses eindrucksvoll dokumentiert.
„Mit glücklichen Augen“: Dieser Titel greift das erste, 1948 erschienene Buch des Alpinromantikers Walter Pause auf. Die Zahl der Kapitel orientiert sich sowohl am 100-jährigen Geburtstag als auch an der Zahl 100, die die erfolgreiche Bergbuchserie Walter Pauses kennzeichnete.
Jedes Pause-Buch – und das waren nicht nur Bergbücher! – ist mit einem Originaltext vertreten. Darüber hinaus belegen viele weitere Texte, welch großes Themenspektrum und welch stilistische Vielfalt Walter Pause beherrschte: Er war Schwärmer, Analytiker, Visionär und Chronist, und er fand für jede seiner Aufgaben eine adäquate Sprache.
Da sich Walter Pause stets für die Zeitläufte interessierte und nicht selten vom Beobachter zum Macher wurde, ist „Mit glücklichen Augen“ weit mehr als ein Textsammelsurium. Es ist ein Dokument, das den politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Wandel des 20. Jahrhunderts anhand persönlicher Texte anschaulich macht. Da Walter Pause nie arrogant, selten larmoyant, stets aber optimistisch war, ist sein Werk bis heute aktuell geblieben.

Das 5. Internationale Bergfilm-Festival Tegernsee (17. bis 21. Oktober 2007) wartet wie in den vorangegangenen Jahren mit einer ganzen Reihe von Sehens-Würdigkeiten auf. Spielfilme, Dokumentationen und Reportagen aus aller Herren Länder sorgen für ein Bergerlebnis der besonderen Art, das Schirmherr Dr. Heiner Geißler mit den Worten beschreibt: "Ich habe in Tegernsee großartige Filme gesehen, habe dabei gelegentlich Erinnerungen an eigene Bergerlebnisse aufgefrischt und Sehnsüchte wecken lassen; ich bin Legenden, Stars und stillen Größen der Bergsteigerszene persönlich begegnet; und nicht zuletzt hatte ich die Gelegenheit zu erfirschenden Spritztouren auf den einen oder anderen Tegernseer Hausberg." Dass dies auch in diesem Jahr so sein wird, garantieren der künstlerische Leiter des Festivals, Michael Pause, sowie das organisatorische Multitalent Silvia Schmid.

Das Festivalprogramm sowie viele weitere Informationen und die Möglichkeit zur Kartenvorbestellung finden Sie unter www.bergfilm-festival-tegernsee.de.

Alpamayo, spontan

Dauer und Attenberger in Lager 1 (5400 m), Foto: M. Attenberger
Eigentlich hätten Fotograf Moritz Attenberger und BERGE-Redakteur Tom Dauer nur eine Trekkinggruppe
von Hauser Exkursionen begleiten sollen. Diese hatte sich zum Ziel gesetzt, den Alpamayo (5947 m) in der peruanischen Cordillera Blanca zu umrunden. Mit von der Partie waren auch Bernhard Huhn (73) und Victorino Angeles (77) – beides Teilnehmer der Expedition, der vor 50 Jahren, angeführt von Günter Hauser, die Erstbesteigung des „schönsten Berges der Welt“ geglückt war. Von den Erzählungen der beiden älteren Herren inspiriert, beschlossen Attenberger und Dauer spontan, den Alpamayo nicht nur zu umwandern, sondern auch zu besteigen. Mit geborgter Ausrüstung und Bergführer Max Angeles, dem Sohn von Victorino, standen sie am 21. August auf dem Gipfel. Das Ergebnis ihrer Reise wird ab Februar 2008 in GEO Special „Abenteuerreisen“ nachzulesen sein.

Dauer und Attenberger in Lima (50 m), Foto: M. Attenberger

Großglockner, geschenkt

Konstantin auf dem Meletzkigrat
Familienausflug zwischen BERGE und „100 Jahre Walter Pause“: Konstantin Klemmer (14) und Papa Axel nutzten das Traumwetter am vergangenen Sonntag und stiegen auf den höchsten Berg Österreichs. Konstantin hatte sich den Gipfel gewünscht, nachdem er vor zwei Jahren noch unten bleiben musste. Damals war Vater Klemmer auf Dienstreise über den Stüdlgrat geklettert (nachzulesen in BERGE 6/2005), nun stieg er zusammen mit dem Filius dienstfrei von der Pasterze über den Meletzkigrat auf, Anschlag am „Kaiserkreuz“ kurz nach 16 Uhr.

Den Gegenverkehr zwischen dem spiegelblanken Leitl, Kleinglockner und Großglockner saßen die zwei gemütlich auf sonnenwarmen Felsen aus. Und hatten danach den Gipfel eine halbe Stunde für sich allein. Die BERGE-Redaktion gratuliert: Bravo, Konstantin! Und ein Hoch dem Papa!


Bergauf-Bergab 17. Juli, 19 Uhr, Bayerisches Fernsehen
Ganz romantisch und hochalpin

Millionen von Wanderern genießen das Unterwegssein auf einem dichten Wegenetz in den Alpen – und die wenigstens sind sich bewusst, dass sie oft auf historischen Pfaden wandeln. Die erste große Wegebau-aktion in den bayerischen Bergen beispielsweise ging von den einstigen adeligen Jagdherren aus. Im Vorkarwendel, zwischen Achensee und Mittenwald, waren es die Herzöge von Luxemburg und von Sachsen-Coburg, die die nur durch Pirschwege und Viehsteige zugänglichen Flanken systematisch erschlossen: bis hinauf in die Gipfelregionen wurden bis zu zwei Meter breite, flach angelegte und durch Steinmauern befestigte Jagdreitsteige gebaut. Ein ganzes Netz von „Bergstraßen“ ist dabei entstanden, von dem heute allerdings nicht mehr viel zu sehen ist; die alte Wege-Infrastruktur ist in Zeiten motorisierter Jagd und Almversorgung weitgehend verfallen. Bergauf-Bergab hat sich mit einem Jäger auf die Suche nach den Wegrelikten begeben, und ist dabei auch noch auf einer der wenigen erhaltenen, einst für König Ludwig II. ausgebauten Anlagen auf die Schöttelkarspitze oberhalb von Krün gewandert.
Außerdem befasst sich Bergauf-Bergab mit einer Bergsteigerdisziplin, die vom Aussterben bedroht ist – mit steilen Eis- und Firntouren. Wie eine einst klassische Eistour in Zeiten des Klimawandels aussieht, wie sich die Bergflanken und der Charakter der Unternehmungen verändert haben, demonstriert Michael Düchs bei einer Begehung des Nollens am Mönch im Berner Oberland.
Wiederholungen:
18.07.2007 / 13.00 – 13.30 Uhr / Bayerisches Fernsehen
20.07.2007 / 15.45 – 16.15 Uhr / BR – alpha
24.07.2007 / 10.30 – 11.00 Uhr / BR - alpha
Übrigens: Die am 3. Juli ausgefallene Sendung über Sengsen- und Reichraminger Hintergebirge haben wir auf den 14. August 2007 verschoben!

Zurück in die Zukunft?
Als „Mister Vertikal aus dem Gasteinertal“ war Hans Zlöbl Anfang der 1990er-Jahre in der Eiskletterszene berühmt. Für die Berge-Ausgabe „Vom Hochkönig zum Sonnblick“ (erscheint 25. Oktober 2007) begab sich Silvia Schmid mit Hans Zlöbl auf fast vergessene Wege im Gasteinertal - und führte ein interessantes Gespräch.
„Das ist für mich Heimat!“ Fast eine Stunde sind wir von Hans Zlöbls „Dahoam“ am südlichen Ortsrand von Gastein in die Prossau geradelt, sind dann zur Hinteren Prossau aufgestiegen, wo uns die Wege verließen. Souverän hat Hans den fast völlig verwachsenen Bärensteig hinauf zum Böcksteinkogel wieder gefunden. Vor 20 Jahren ging er dort fast täglich hinauf, um fantastische Kletterrouten in bestem Granit zu erschließen, die heute fast keiner mehr kennt. Nach insgesamt drei Stunden haben wir den perfekten Platz zum Interview erreicht: Ein unberührtes, idyllisches Kar am Fuße des Granit-„Huts“ des Böcksteinkogels, unter dem Tischlerkarkees. Eine grüne Bergoase über den fast senkrechten, vom Gletscher glatt geschliffenen Felsplatten, über die Wasserfälle mehr als 600 Höhenmeter in den Talschluss der Prossau stürzen. „Für uns war es damals wichtig, auch im Sommer direkt von Zuhause aufbrechen zu können. Nicht erst mit dem Auto zum Hochkönig fahren zu müssen. Da haben wir gerne den längeren Zustieg in Kauf genommen.“

Der Böcksteinkogel
Im Winter hatte Hans Zlöbl sein Revier ohnehin direkt vor der Haustüre: „Wenn Du im Gasteinertal aus dem Fenster schaust, siehst Du Eisfälle. Wer der Faszination Bergsteigen erlegen ist, wird unweigerlich einmal auf die Idee kommen, dort hinaufsteigen zu wollen.“ Eine Versuchung, der Hans Zlöbl Mitte der 1980er-Jahre nicht mehr widerstehen konnte. Als einer der großen Pioniere des Eiskletterns hat er damals Geschichte geschrieben.
Diese Zeiten sind vorbei, doch nach einem Ausflug in die Bergsportindustrie ist Hans Zlöbl in seine Heimat zurückgekehrt. Mit einer Handvoll „alter“ Freunde wie Sepp Inhöger und Andreas Meißl hat er in der kurzen Zeit zu Hause auf alten Spuren ein neues Sportklettergebiet erschlossen – bequeme 15 Minuten vom Parkplatz an der Evianquelle im hintersten Winkel von Böckstein entfernt. Die bis zu sechs Seillängen langen Touren (7. bis oberer 8. Schwierigkeitsgrad) tragen Namen wie „Déjà Vu“ oder „Heimat Instinct“.

Hans Zlöbl - Fotos: Silvia Schmid
Doch lange ist Hans Zlöbl nicht im Gasteinertal geblieben. Knapp eine Woche nach unserer Tour zum Böcksteinkogel brach er nach Kanada auf. Um dort als Helikopterpilot zu arbeiten und sich damit einen weiteren Lebenstraum zu erfüllen.
Das gesamte Gespräch mit Hans Zlöbl erscheint am 25. Oktober in der Berge-Ausgabe 5/2007.


Wie das so ist bei einem BERGE-Redakteur, wenn er Mal einfach „nur“ Urlaub machen möchte: Er kann es nicht lassen, darüber auch zu berichten. Weil Axel Klemmer aber nicht auf irgendeinem Berg war, sondern auf einem ganz besonderen, konnte er den Reporter beim Aufstieg erst recht nicht abschütteln. Um welchen Berg es geht? Um den Pico auf Pico.

Fotos: Axel Klemmer
2351 Meter hoch, ein Vulkan mitten im Atlantik auf der zweitgrößten Insel der Azoren. Unten Nebel und Regen, oben Eis und Wind. Das Azorenhoch hatte sich Axel Klemmer anders vorgestellt.

Bergauf-Bergab 22. Mai, 19 Uhr, Bayerisches Fernsehen
Gemütlich durch die Eiger-Nordwand

Mordwand – so hallt fast immer das Echo nach, wenn von der Eiger-Nordwand die Rede ist. Große Bergsteiger-Tragödien haben dem Bergriesen im Berner Oberland zu Weltruhm verholfen. Jetzt rückt er beim Kinopublikum wieder in den Mittelpunkt des Interesses: eine IMAX-Produktion über die Alpen durfte diesen Berg nicht auslassen, ganz besonders, wenn sich in der Filmhandlung tragische Vergangenheit und packende Gegenwart begegnen. Der Amerikaner John Harlin, dessen gleichnamiger Vater 1966 bei einer spektakulären Erstbegehung einer Direttissima-Route tödlich abstürzte, klettert mit dem deutschen Bergführer Robert Jasper und dessen Frau Daniela auf dem klassischen Anstieg Anderl Heckmairs durch die 1600-Meter-Wand. Er begreift die Durchsteigung auch als einen Versuch, sich vom Trauma seiner frühen Kindheit zu befreien. Jochen Schmoll, seit Jahren regelmäßig für Bergauf–Bergab im Einsatz, wurde für die schwierigen Dreharbeiten in der Wand beschäftigt und konnte die Riesenproduktion daneben noch mit der eigenen Kamera beobachten. Sein Bericht erlaubt einen spannenden Einblick in die Dimensionen der Wand ebenso wie hinter die Kulissen solch eines aufwändigen Unternehmens. Zu Wort kommt dabei auch Sigi Hupfauer, bekannter Bergführer und 8000er-Mann aus Bayern, der 1966 den tragischen Tod John Harlins unmittelbar erlebt hatte.

In unserem BERGE "Karwendel/Zugspitze - Von der Isar zur Loisach" (BERGE 2/2007) berichteten wir unter dem Titel "Gemalt, vermessen, digitalisiert" vom Fund einer alten Zugspitzkarte, der nach Ansicht des Deutschen Alpenvereins eine "alpinhistorische Sensation" darstellte. Autor Tom Dauer zeigte sich skeptisch: Seiner Ansicht nach bestand die angebliche Sensation lediglich darin, "dass die alte Zugspitzkarte wieder aufgetaucht war".
Diese Einschätzung wird von den Autoren Prof. Dr. Kurt Brunner und M.A. Thomas Horst vom Lehrstuhl für Kartographie und Topographie der Bundeswehr-Universität Neubiberg bestätigt. Sie kommen in ihrem Beitrag "Eine Karte des Zugspitzgebiets (18. Jh.) und die Wirrnisse um die Erstbesteigung" , erschienen in Cartographica Helvetica, Heft 35, Januar 2007, zu dem Schluss: "Die aufgefundene Karte des Reintals ist somit keinesfalls ein Beleg für eine frühe Erstbesteigung der Zugspitze... Der Wert der Karte liegt darin, dass sie ein spätes Beispiel einer Augenscheinkarte mit bemerkenswerten Inhalten in einer historisch interessanten Hochgebirgsregion ist."
Bis auf weiteres darf also Leutnant Josef Naus, der mit seinem Messgehilfen Maier und dem Bergführer Johann Georg Tauschl den Gipfel der Zugspitze am 27. August 1820 erreichte, als deren Erstbesteiger gelten.


Themenschwerpunkt:
Montafon - Rätikon / Silvretta
"Manchmal sind auch ganz persönliche Meilensteine weithin sichtbar. Mein Meilenstein ist die Zimba", schreibt Redakteurin Silvia Schmid im Editorial der neuen BERGE-Ausgabe, die sich ganz den Gipfeln und Tälern des Montafon widmet. Zimba? Nie gehört? Dann sollte sich das schnellstens ändern, denn die formschöne Pyramide ist "ein Berg wie ein Denkmal: frei hingestellt in die Bergwelt, hoch, steil, unverwechselbar". Und dabei nur eine der Attraktionen, die das südliche Vorarlberg zu bieten hat. So führt Sie das neue BERGE auf Panorama-Höhenwegen durch das Rätikon, über Gletscher und Grate auf die wilden Sivrettaberge und durch steile Kare auf die schönsten Skitourengipfel. Natürlich werden diese Informationen mit viel Hintergrund garniert. BERGE zeigt, warum der stinkende "Sura Kees" kulinarische Maßstäbe setzt, wie Kulturmanagement im Montafon funktioniert und weshalb Pfarrer Joe aus Gschurn Seelsorger, Skilehrer und Schnapsbrenner in Personalunion ist.
Das neue BERGE-Heft Nr. 3/2007 ist ab 19. April 2007 für € 6,90 (D), € 7,30 (A), sFR. 13,50 im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich.

Die BERGE-Redaktion tummelt sich zur Zeit vorwiegend am Hochkönig. Aus einem einfachen Grund: Ausgabe 6/2007 wird sich dem markanten Gipfel des Salzburger Landes und seiner Umgebung widmen. Während also Axel Klemmer bereits vor einer Woche mit seinen Telemarkski auf den Gipfel spurte, nutzte Tom Dauer das schöne Hochdruckwetter im späten April, um an der Torsäule-Südwand zu klettern. Kollegin Silvia Schmid ist dagegen fast ständig vor Ort: Die Wahl-Gasteinerin zählt den Hochkönig zu ihren Hausbergen und wird von Land und Leuten aus erster Hand berichten. Auf diese BERGE-Ausgabe (Erscheinungsdatum 25. Oktober 2007) darf man daher mit Fug und Recht gespannt sein.
Torsäule: "Topolino", 1. SL
Torsäule: "Topolino", 3. SL

Bergauf-Bergab 20. März, 19 Uhr, Bayerisches Fernsehen
Ganz entspannt und "Am Limit"

Ein Bergsteiger von "nie dagewesener Art" - mit solch exklusivem Lob bedachte kein Geringerer als Reinhold Messner den Alpinisten und Bergführer Christoph Hainz. Kühne Erstbegehungen in den Dolomiten, schwierigste Klettertouren und Geschwindigkeitsrekorde an hohen Bergen zieren das Tourenbuch des sympathischen Südtirolers. Michael Pause und das Team von Bergauf-Bergab haben Christoph Hainz in seiner Heimat im Pustertal besucht, weil von dort etwas ganz Besonderes - zumindest in diesem Winter - gemeldet wurde: Brauchbare Schneeverhältnisse! Die Hochbrunnerschneide, ein Dreitausender in den spektakulären Sextener Dolomiten, und die Sattelspitze über dem Ahrntal lösten das Schnee-Versprechen ein und boten traumhafte Frühjahrsskitouren mitten in der Berg-Heimat von Christoph Hainz.
Im zweiten Teil der Sendung treffen treue Zuschauer von Bergauf-Bergab auf alte Bekannte: Auf die "Huberbuam" Thomas und Alexander, zwei der besten Kletterer und Extrembergsteiger, die es zur Zeit gibt. In dem Film "Am Limit", der den Versuch der Brüder dokumentiert, den Speed-Rekord an der legendären Klettertour "Nose" am El Capitain zu brechen, werden die beiden zum Kinoereignis - und zwar in ungewohnter Rolle: Der Regisseur des Filmes, Oscar-Gewinner Pepe Danquart, über "Am Limit": "Die Reduktion auf Helden ist hier das klassische Kinoerlebnis - gefallene Helden!". Der Film (der BR ist Koproduzent!) läuft am 22. März an, Ausschnitte, Interviews und Informationen zum Film gibt es schon vorher - bei Bergauf-Bergab!

Wiederholung: 21.3.2007 / 13.00 - 13.30 Uhr / BFS
Wiederholung: 23.3.2007 / 15.45 - 16.15 Uhr / BR alpha
Wiederholung: 27.3.2007 / 10.30 - 11.00 Uhr / BR alpha
Die weiteren Bergauf-Bergab-Termine des Jahres zum Vormerken (ohne Gewähr / Änderungen sind möglich):
3.4. (geplant: "Berg Heil - Eine satirische Bestandsaufnahme des Fotografen Uli Wiesmeier" zur Ausstellung im
Alpinen Museum> und evtl. "Berge und Meer - unterwegs auf Sardinien" / 17.4. Bergsteigerbesuch beim neuen
EU-Mitglied: Gipfelglück in den Karpaten / 8.5. / 22.5. / 5.6. / 19.6. / 3.7. / 17.7. / 31.7. /
14.8. / 28.8. / 11.9. / 23.10. / 30.10. / 13.11. / 27.11. / 11.12.

Mit Faltbooten, Macheten und Kletterschuhen war ein Team um Stefan Glowacz im Dezember 2006 in der venezolanischen Gran Sabana unterwegs. Das Ergebnis: eine Neutour am 2200 Meter hohen Acopan Tepui. Tom Dauer sollte eigentlich mit von der Partie sein - blieb aber zuhause, weil Sohn Laurin auf die Welt gekommen war. Dafür ließ er sich das Abenteuer erzählen. Das Ergebnis ist im stern vom 29. März 2007 auf 15 Seiten nachzulesen! Wer sich darüber hinaus für die Geschichte interessiert, sollte am 28. März um 22.15 Uhr RTL einschalten: Stefan Glowacz ist in der Sendung stern tv zu Gast und bringt eindrucksvolle Bilder mit.

Stefan Glowacz im „Fegefeuer"
„Pemón“ nennen sich die indianischen Ureinwohner, die an den baumgesäumten Flüssen der Gran Sabana im Osten Venezuelas leben. Den „wahren Menschen“ gelten die Tafelberge, die Tepuis, die sich aus der Hochebene an der Grenze zu Guyana erheben, als „Häuser der Götter“. Um deren Sitz zu erreichen, mussten Stefan Glowacz, 41, Holger Heuber, 44, Kurt Albert, 53 und Ivan Calderón, 30, zunächst durch ihr persönliches, 20 Seillängen dauerndes „Fegefeuer“ (IX, 700 m) in der Nordwand des Acopan Tepui gehen.
Auf ihrer Reise wurden die Kletterer von Fotograf Klaus Fengler, 43, Kameramann Jochen Schmoll, 34 und Arzt Tilo Marschke, 35, begleitet. In einem randvoll bepackten Jeep brachte die Expeditionsmannschaft die dreitägige Fahrt von Caracas in die Indianersiedlung Karuai hinter sich. Dort wurde das gesamte Gepäck in drei Faltkanadiern verstaut. In den hoffnungslos überladenen Booten paddelten Glowacz und Gefährten fünf Tage lang den Rio Karuai hinab, bis sie die Siedlung Yunék am Fuß des Acopan Tepui erreichten. Von ihrem Basislager bahnten sie sich mit Macheten einen Weg durch dichten Regenwald an den Wandfuß der bis zum Gipfelplateau überhängenden Nordwand. Den auf eine jahrzehntelange Kletterkarriere zurückblickenden Kurt Albert veranlasste deren Anblick zu den Worten: „So eine irre Wand habe ich noch nie gesehen.“

Auf dem Gipfel des Acopan Tepui
In zwei Teams stiegen die Kletterer in ihre projektierte Route ein. Abwechselnd trieben die Seilschaften Glowacz/Heuber und Albert/Calderón die Route voran. Der aus der Ferne kompakt wirkende Sandstein erwies sich im unteren Wandteil als extrem brüchig. Glowacz: „Da konnte man mit dem Finger reinbohren.“ Auch der mittlere, stark überhängende Part zeigte „viel Charakter“, bis die Headwall mit „Traumkletterei“ aufwartete. Bis zur Wandmitte arbeitete das Team mit Fixseilen, um den Materialnachschub zu erleichtern. Für die obere Wandhälfte blieben die Kletterer im „Fegefeuer“, ohne auf den sicheren Boden abzuseilen. Die Kletterei erwies sich als äußerst athletisch, die Schwierigkeiten der Route liegen kontinuierlich zwischen dem VIII. und IX. Schwierigkeitsgrad. Die Standplätze wurden jeweils mit zwei Bohrhaken ausgerüstet, zur Absicherung kamen hauptsächlich Friends und Klemmkeile zum Einsatz. Glowacz: „Die Route folgt trotz der Dächer und Überhänge stets einer natürlichen Linie.“
Nach durchstandenem „Fegefeuer“ bestieg die Expeditionsmannschaft erneut die Boote, um bis zur Landepiste in Uonkén zu paddeln. Dort wurde sie von einer einmotorigen Cessna abgeholt. Mit ihrer Erstbegehung waren Glowacz, Heuber, Albert und Calderón die ersten Menschen auf dem Nordpfeiler des Acopan Tepui. Das „Fegefeuer“ ist die insgesamt dritte Route an diesem weitläufigen Massiv. 2002 erschlossen Helmut Gargitter, Walter Obergolser, Toni Obojes, Pauli Trenkwalder, Ivan Calderón und Renato Botte die 10-Seillängen-Route „Jardinieros de Grandes Paretes“ (VIII+) in der Südwand. Im selben Jahr gönnte sich das britische Ehepaar John und Anne Arran zusammen mit Alfredo Rangél in der Südostwand 21 Seillängen „Pizza, Chocolate y Cerveza“ (IX+).
Fotos: Klaus Fengler

Am 26. Januar 2007 wurde den beiden slowenischen Bergführern Marko Prezelj und Boris Lorencic in Grenoble der renommierte „Piolet d’Or“ überreicht. Die Auszeichnung für die Erstbegehung des Nordwestpfeilers des Chomo Lhari war von heftigen Kontroversen begleitet. In folgendem Essay nimmt Marko Prezelj Stellung.
Von Gladiatoren und Clowns
Etliche Menschen haben mich für meine Teilnahme an der diesjährigen Verleihung des Piolet d’Or kritisiert. Keiner von ihnen war in Grenoble. Aufgrund meiner Anwesenheit habe ich die Möglichkeit, öffentlich meine Meinung über diesen Preis kundzutun. Die Zeit wird zeigen, ob dies ein Fehler ist.
Ich glaube nicht an alpinistische Auszeichnungen. Noch weniger glaube ich an Trophäen oder Titel, die von der Öffentlichkeit oder den Medien verliehen werden. Während der Zeremonie konnte ich den Wettbewerb, der von den Organisatoren des Events gefördert wird, deutlich sehen und fühlen. Der Großteil der anwesenden Bergsteiger akzeptierte diesen Wettbewerb: Ohne zu verstehen, dass sie in einer Arena standen, in der die Zuseher das Drama erwarten, in der Gewinner und Verlierer gekürt werden. Es ist unmöglich, die alpinistische Leistung eines anderen Menschen objektiv zu beurteilen. Jede Besteigung besteht aus nie erzählten Geschichten, beeinflusst von Erwartungen und Illusionen, die sich lange vor Beginn der Unternehmung entwickeln. Im Alpinismus ist jedes Urteil extrem subjektiv. Wenn wir aus den Bergen zurückkommen, erinnern wir uns an andere als die erlebten Momente, in denen wir unter Druck schnelle Entscheidungen treffen mussten.
Der Vergleich verschiedener Routen ist nur dann möglich, wenn man sie persönlich kennt – und selbst dann bleibt sie schwierig. Im vergangenen Jahr kletterte ich in Alaska, Patagonien und Tibet. Ich kann nicht entscheiden, welche Expedition die… ja, die was überhaupt war? Die schönste, beste, abenteuerlichste? Um dies zu verdeutlichen, fragte ich während der Zeremonie einen Vater, ob er sich entscheiden könne, welches seiner Kinder das beste und welches das schlechteste sei. Er wusste keine Antwort.

Marko Prezelj
Ich mag mich entscheiden können, welchen Wein, welches Essen, welchen Song, welches Buch oder welchen Film ich am liebsten mag. Eine Jury kann das nicht, schon gar nicht beim Bergsteigen. Sobald eine Jury einen Sieger kürt, bestimmt sie auch einen Verlierer. Das ist die Essenz des Wettbewerbs. Die Idee, Bergsteiger zu einem inspirierenden Treffen zusammenzubringen, ist eine gute Idee. Dass diese Bergsteiger gegeneinander antreten sollen, halte ich für absurd. Während der Piolet d’Or-Zeremonie sprach ich mich deshalb gegen diesen Wettbewerb aus. Wenn der Vergleich alpinistischer Leistungen unmöglich ist: Was präsentieren und promoten die Medien und Sponsoren, und warum? Geht es um höhere Umsätze. Oder um Ruhm?
In meinem Heimatland Slowenien bedeutet das Wort „Slava“ Ruhm, Slava ist auch ein Mädchenname. Alte Menschen pflgen zu sagen: „Slava je kurba.“ Der Ruhm ist eine Hure. Einen Tag schläft sie mit dem, einen Tag mit dem anderen. Der Ruhm ist eine Falle, gestellt von den Medien, in der Bergsteiger schnell gefangen und ausgebeutet werden. Die Öffentlichkeit schert sich nicht wirklich um Bergsteiger. Diese sind nichts anderes als die Glieder einer Kette, die krankhafte Sensationsgier mit Medien verbinden, die Leistungen je nach Interesse feiern oder niedermachen. Die Organisatoren des Piolet d’Or vertrauen auf die grausame Tatsache, dass sie immer wieder verzweifelte, leidenschaftliche Gladiatoren und Clowns finden werden, die ihre Rolle in dem Spiel um Ruhm und Ehre spielen. Die interessantere Frage ist: Ist das eine Reality Show oder eine Seifenoper?
Soll die romantische Idee des Piolet d’Or überleben, muss sich die Zeremonie in ein simples Treffen verwandeln, an dem Bergsteiger ihre Ideen, Träume, Illusionen und Realitäten austauschen können. Vielleicht werden sie sogar zusammen klettern – ohne Gewinner und Verlierer. Sollte dies nicht möglich sein, fordere ich die Organisatoren und die Medien auf, den Alpinismus nicht länger mit dem Gedanken des Wettbewerbs zu unterminieren. Und damit anzufangen, die Bergsteiger, ihre unterschiedlichen Vorstellungen und ihre Kreativität zu respektieren.
Zu guter Letzt: Alpinisten sind die Munition, die Medien sind Gewehre. Wo liegt das Ziel?
Marko Prezelj

Berg.Bilder.Welten 2006
PEAK-Fotograf Gerd Heidorn ist der Gewinner des Wettbewerbs BERG.Bilder.Welten 2006, der diesjährig zum ersten Mal von der Tirol Werbung ausgeschrieben wurde. Mit seiner Fotoreportage "Stein hat Zeit" (erschienen in PEAK 5.04, Autor Axel Klemmer) überzeugte Heidorn die hochkarätig besetzte Jury, die seine Arbeit als "grandiose Inszenierung" lobte.

Josef Margreiter (Geschäftsführer Tirol Werbung) und Preisträger Gerd Heidorn
Unter den sechs Finalisten des Fotowettbewerbs befanden sich insgesamt drei PEAK-Fotografen. Neben Heidorn konnten auch Menno Boermans ("Vita communis", Peak 2.06) und Moritz Attenberger ("Gletscher, Glanz und Gloria", Peak 8.06) die Jury überzeugen.


Themenschwerpunkt:
Karwendel/Zugspitze – Von der Isar zur Loisach
Respektvoll gegenüber dem Alten und aufgeschlossen gegenüber Neuem – so pflegen die Menschen im Werdenfelser Land ihre Traditionen. Man muss genau hinsehen, um im scheinbar Klischeehaften das Echte zu erkennen. Aber dann vermittelt die Bilderbuch-Berglandschaft zwischen Zugspitze, Estergebirge und Mittenwalder Buckelwiesen ihren ganzen Zauber und fasziniert die Besucher am Fuß des höchsten Gipfels Deutschlands. BERGE präsentiert erlebnisreiche Wege und eindrucksvolle Gipfeltouren im Wettersteingebirge, zeigt Plätze zum Träumen bei den Königshäusern am Schachen und im Soiernkessel, besucht Geigenbauer in Mittenwald, durchstreift das ursprüngliche Estergebirge und berichtet über die Perspektiven des Skisports in Garmisch-Partenkirchen – zwischen Olympia-Erinnerung, WM-Hoffnung und Klimaerwärmung.
Das neue BERGE-Heft Nr. 6/2006 ist ab 22. Februar 2007 für € 6,90 (D), € 7,30 (A), sFR. 13,50 im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich.


Tom Dauer hat genug. Nachdem er in dieser Wintersaison erst einmal seine Eisgeräte - und seine Tourenski kaum öfter - verwendete, buchte er kurzfristig drei Flüge nach Fuerteventura. Im Gepäck: Freundin Sandra, Sohn Laurin, eine Menge Windeln und zwei Surfboards. Meer statt Berge, Wellen statt Eisfälle und Pulverschnee. Damit es so geht wie auf dem Foto, werden die nächsten zehn Tage allerdings kaum ausreichen. Und die nächsten zehn Jahre wahrscheinlich auch nicht. Foto: www.homegrown.es

winter ispo 2007
Die winter ispo 2007 findet vom 4. bis 7. Februar 2007 statt. Erstmals belegen die Aussteller der ispo das gesamte Gelände der Neuen Messe in München. Die Besucher erwarten die neusten Trends und Innovationen der Wintersportbranche auf einer Fläche von 180.000 qm.
Rund 1.850 Aussteller aus über 40 Nationen präsentieren auf der Messe Ausrüstung für Skifahrer, Snowboarder und andere Outdoorsportler. Man darf außerdem auf die neuesten technischen Innovationen gespannt sein. Diskussionsrunden und Foren zu aktuellen Problemen und Themen der Branche runden das Messeprogramm ab.

Veranstaltungsdaten:
4.-7. Februar 2007
Neue Messe München
So-Di: 9-18 Uhr
Mi: 9-17 Uhr

ADAC SommerGuide Alpen 2006

Die 128 attraktivsten Regionen der Alpen plus extra StraßenAtlas
Der ADAC SkiGuide Alpen ist den meisten Wintersportlern ein Begriff. Mit dem ADAC SommerGuide Alpen 2006/2007 können Bergsportfreunde nun schon zum zweiten Mal auch im Sommer auf die geprüften Tipps und Empfehlungen der ADAC-Experten zurückgreifen.
In der komplett überarbeiteten Neuauflage gibt es erstmals beigeheftete ADAC Vorteilscoupons mit zahlreichen Preisnachlässen:zum Beispiel 20 Prozent bei der Luftseilbahn Grindelwald, 25 Euro pro Buchung bei Frosch-Ferienhäuser oder sogar 100 Prozent für das Kinderprogramm in Flachau.
Vor allem aber liefert der ADAC SommerGuide eine umfassende Übersicht über das Freizeitangebot in insgesamt 128 Ferienregionen der sechs Alpenländer Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich und Slowenien. Prächtige Farbfotos, detaillierte Panorama-Karten und stimmungsvolle Texte vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Bergwelt.
Zur leichteren Orientierung innerhalb des abwechslungsreichen Freizeitangebots wurden von den ADAC-Touristikexperten vier thematische Schwerpunkte gesetzt:Wandern & Bergtouren, Sport & Spaß, Kultur & Co., Wellness & Genuss. Mit einem Blick lassen sich anhand eines ADAC-Bewertungssystems die individuellen Stärken der einzelnen Regionen erfassen – die Anzahl der vergebenen Sonnen zeigt den Umfang und die Vielfalt des touristischen Angebots.
Darüber hinaus weisen Top Tipps auf die interessantesten Ziele, schönsten Routen und besten Aktivitäten hin. Neben beliebten Klassikern findet man hier viele Geheimtipps, häufig auch zur Trendsportart Nordic Walking. Besonderes Highlight:der 64-seitige StraßenAtlas Alpen (Maßstab 1:325 000) zum Herausnehmen.
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